Vom Ankommen ohne zurückzukommen

Seit einiger Zeit drücke ich mich davor diesen Text zu schreiben. Teilweise weil ich nicht den richtigen Anfang finde und teilweise auch weil ich nicht in einem Post ausdrücken kann wie es sich anfühlt nach einem Jahr im Ausland, zurückzukehren. Doch eigentlich muss ich das auch gar nicht.

Meine Zeit in Frankreich war geprägt von einem ewigen Auf und Ab, aber Alles in Allem doch ganz wunderbar. Als Jugendlicher die Schule abzubrechen und für ein Jahr weg von der Familie, von Freunden, weg von allem vertrauten, ist eben ein Schritt raus aus der Komfortzone und nicht immer so leicht. Es war ein Jahr in dem ich unter enormem Druck stand, nicht akzeptiert wurde und teilweise auf übelste Art und Weise respektlos behandelt wurde. Doch trotzdem bereue ich diesen Schritt nicht, es gab durchaus wunderbare Zeiten, ich konnte viel mitnehmen, habe unglaublich viel übers Leben gelernt und ein Stück weit mich selbst kennengelernt.

Zurückzukommen ist nicht einfach. Wir haben ein anderes Stück dieser Welt entdeckt, da kommt uns dieses zu Hause plötzlich viel zu klein vor, die Treppe ist zu steil, die Lichtschalter am falschen Platz, die Steckdosen gehen viel zu schwer und der Ton vom Fernseher ist irgendwie richtig gut. Hier hat es weniger Sterne aber mehr Harmonie, die Spülmaschine wird endlich wieder ordentlich eingeräumt und Brot kann ja tatsächlich satt machen (nach einem Jahr nur Baguette schätze ich unser gutes altes Körnerbrot endlich).

Zurückkommen ist das falsche Wort, zurückkommen möchte ich nicht, nach all den Dingen die ich erlebt und gelernt habe. Ich möchte ankommen, aber ohne zurückzukommen. (wie es die tolle Luise ausgedrückt hat)


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2 Gedanken zu “Vom Ankommen ohne zurückzukommen

  1. Joniii!
    Ankommen ohne zurück zu kommen (Übrigens ist das in der Überschrift eventuell falsch herum? War nur kurz verwirrt ) .. Interessanter Gedanke. Ein Jahr ist eine lange Zeit und wenn man danach zurückkehrt an den Ort, an dem man damals losgezogen ist um die Welt zu entdecken, ist es sicher nicht einfach, ankommen zu können ohne sich selbst wieder zurück zu bewegen. Aber ich glaube, du hast das ganz gut hin bekommen:)

    Ich habe heute meine Bewerbung abgeschickt für mein Auslandsjahr. Mal schauen was dabei heraus kommt.

    Sehr schöner Text. Und das Bild mit Katze und Buch ist Perfektion pur.

    Alles Liebe

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    1. Oh ja du hast recht. Danke 🙂
      Ja das stimmt, aber ist ja jetzt auch schon wieder eine ganze Weile her dass ich wieder in Deutschland bin. Mehr oder weniger habe ich es hinbekommen 😉
      Dann wünsch ich dir mal alles Gute, für dein Auslandsjahr 🙂
      Liebe Grüße,
      Jone

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