18.03.2016

Ich sitze gerade in Straßburg im TGV in Richtung Marseille, habe 2 wunderschöne Wochen in Deutschland hinter mir und bin etwas nostalgisch. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich vor genau einer Woche vom 3. Seminar direkt nach Hause, saß an der Bushaltestelle und wartete auf den Bus, der mich 3 Jahre lang zur Schule brachte. Ich beobachtete die Schulkinder wie sie aus den Bussen stiegen, irgendwie sahen alle gleich aus, die selben Klamotten, ein fettes Smartphone vor dem Gesicht und ein desinteressierter Gesichtsausdruck. Egal. 

Im Bus setzte sich ein Mann neben mich, der netterweise meinen 50 Liter Rucksack-für-Abenteuer wieder an seinen Platz rückte. Wir kamen ins Gespräch, er kommt aus Moldawien und spricht schlecht deutsch, also unterhielten wir uns auf französisch. Der Sohn meiner Nachbarn stieg ein und ich stellte klar, dass ich seit einem halben Jahr in Frankreich lebe und nicht mehr zur Schule gehe, Blitzmerker. Zu Hause angekommen machte ich mich erstmal auf die Suche nach Süßigkeiten, natürlich fand ich keine, alles war wie immer. 

Die Zeit ging viel zu schnell um und doch fühlt es sich an als wäre ich Ewigkeiten dort gewesen. 

Die Sonne scheint mir ins Gesicht, aus den Lautsprechern ertönen französische Worte und ich verstehe kein Wort, die Vororte von Straßburg sind nicht gerade schön, ich bin nicht zufrieden mit diesem Text und weiß nicht mal ob ich es gut oder schlecht finden soll, dass ich wieder zum Hof fahre. Vielleicht bleibe ich auch einfach sitzen und fahre weiter bis ans Meer?