Die erste Woche

Jetzt bin ich schon eine Woche hier und das einzige Mal wo ich Heimweh hatte war, als meine Eltern gegangen sind. Bisher hatte ich auch gar nicht wirklich Zeit um Heimweh zu bekommen. So viele neue Eindrücke hier, so viele neue Leute, so viel Arbeit und so viel französisch.
Abends bin ich nie lange wach, denn für langes Aufbleiben bin ich einfach zu fertig.
Die Vorstellung, dass ich wirklich ein ganzes Jahr hier sein werde, ist immernoch unmöglich. Es kommt mir alles so unwirklich vor, dass ich jetzt wirklich hier bin. Ich dachte, wenn ich dann mal ein paar Tage hier bin, dann wird mir das alles irgendwie bewusst, aber bisher ist es immernoch wie im Traum.
Ein Jahr lebe ich den Traum von so vielen Menschen. Ich lebe auf einem Bauernhof in einem wunderschönen Zimmer mit Blick auf den Pferdestall, nachts höre ich das Schnauben der Pferde. Nachmittags kann ich meistens reiten. Ich mache Ausritte auf einem Pferd, das ein Jahr nur mir gehört, galoppiere zwischen unendlichen Wiesen der untergehenden Sonne entgegen.
Wenn ich mir das so durchlese ist es kein Wunder, dass mir das Alles so unwirklich vorkommt. Ist das so eine Sache, wo man erst merkt wie schön es war, wenn es schon vorbei ist? Bitte nicht!
Natürlich ist das hier nicht nur Urlaub. Morgens muss ich relativ früh aufstehen und den fast 40 Pferden Heu geben, Boxen misten und einstreuen, Stallgassen kehren und Pferde auf die Weide bringen. Ich habe so starken Muskelkater, kann meine Arme nicht nach hinten strecken weil meine Muskeln sich sonst anfühlen als würden sie durchreisen…
Ich esse Unmengen, frühstücke derzeit immer zwei Mal und esse fast die doppelte Portion zu mittag als sonst. Die Mittagspause schlafe ich durch, zu was anderem bin ich in dieser Zeit gar nicht fähig.
Nachmittags stehen immer unterschiedliche Dinge an. Kürzlich gab es beispielsweise einen starken Sturm, da habe ich dann die ganzen Äste aufgesammelt die von den Pappeln gefallen sind. Aber auch wenn es manchmal nachmittags viel zu tun gibt, bleibt mit immernoch Zeit für Lülü, „meine“ Stute. Die arme Maus muss abnehmen und deshalb jage ich mit ihr vor den Ausritten immer erst durch die Halle. Der Sattel ist so hart, ich glaube ich bekomme Hornhaut am Hintern. An den Händen habe ich sogar schon ein bisschen.
Zu allem Überfluss habe ich hier auch noch die Liebe meines Lebens gefunden. Er heißt Richard (natürlich Rischaar ausgesprochen), ist ein stolzes halbes Jahr alt, rothaarig, generell sehr haarig und fährt total darauf ab wenn ich stricke. Richard ist eine der süßesten Katzen der Welt!
Trotz Muskelkater, trotz hunderter Kilometer weg von zu hause, trotz Todmüdigkeit und trotz Sommerende bin ich glücklich hier und es gibt keinen anderen Ort an dem ich lieber wäre als diesen hier. Lediglich ein paar Menschchen und Tierchen die ich sehr vermisse könnten jetzt hier sein.
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